Referenten

Henning Kullak-Ublick

Waldorf100: Wie ein Festival durch Mitmachen entsteht

1919 baten die Tabakarbeiter der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik ihren Chef Emil Molt, eine freie Schule für ihre Kinder einzurichten, weil sie ihre Kinder nach den furchtbaren Erfahrungen des Ersten Weltkrieges zu freien Menschen erziehen wollten. Emil Molt sagte zu und übertrug Rudolf Steiner die Leitung der Schule. Innerhalb weniger Monate entstanden danach die Grundpfeiler der Waldorf-Pädagogik, aus der bis heute die größte unabhängige pädagogische Bewegung der Welt geworden ist: Tausende von Waldorfschulen und Kindergärten sind rund um den Globus aus diesem Freiheits-Impuls entstanden, immer durch Menschen, die sich vor Ort dafür eingesetzt haben. Das ist gelebte Demokratie. Ein weltweites Netzwerk sorgt dafür, dass Waldorfeinrichtungen auch in armen Regionen entstehen können. Längst sind die Waldorfschulen ein wichtiger Teil der globalen Zivilgesellschaft geworden, die sich für Freiheit, Demokratie und ein brüderliches Wirtschaftsleben einsetzt.

2019 jährt sich die Gründung der ersten Waldorfschule zum hundertsten Mal. Das nehmen wir zum Anlass für ein Festival, das vor allem in die Zukunft schauen will, das aus vielen tausend kleinen und großen Initiativen rund um die Welt entsteht, das ein weltweites Bewusstsein für die Vielfalt unseres pädagogischen Impulses schafft und ihn zugleich für das 21. Jahrhundert verjüngt, das sich einmischt in die großen Fragen unserer Zeit und nach der Zukunft der Menschheit, das alle mitnimmt und das am 19. September 2019 tatsächlich in ein Festival einmündet, das überall auf der Welt gleichzeitig stattfindet.

Henning Kullak-Ublick zeigt in seinem Vortrag, was alles mit „Waldorf100“ verbunden ist und wie man sich einbringen kann.

Henning Kullak-Ublick war lange Klassenlehrer in Flensburg und koordiniert die Ideen und Initiativen für das Festival rund um die Welt. Er ist Mitglied im Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen und der drei internationalen Waldorfverbände, die „Waldorf100“ auf den Weg gebracht haben.

 

 

Helmy Abouleish (leider abgesagt)

SEKEM – Anthroposophische Menschenkunde der Zukunft

 

Nikolai Fuchs

Frei und selbstbestimmt – Vision einer
Beteiligungs-Gesellschaft

Die repräsentative Demokratie kriselt und autoritäre Regime nehmen wieder zu. – Reicht es, wenn gewählte Vertreter entscheiden, oder
braucht es mehr Beteiligung? Beschlüsse werden umso besser (mit-)getragen, je mehr später davon Betroffene an ihrem Zustandekommen beteiligt waren. Wie aber kann das gehen, ohne dass es zu chaotisch wird? Nikolai Fuchs will einige Beispiele, auch aus seinem Leben mitbringen, sowie das Thema mit uns Tagungsteilnehmern besprechen, vertiefen und weiter entwickeln.

Nikolai Fuchs, Waldorfschüler, lernte Landwirtschaft und studierte Agrarwissenschaften. Nach Jahren in der Umweltpädagogik durchlief er mehrere Stationen als Geschäftsführer im Demeter-Verband, bevor er am Goetheanum in Dornach die Leitung der Sektion für Landwirtschaft übernahm. Parallel leitete er das Büro von Demeter International in Brüssel. Von 2010 – 2014 war er Präsident der Nexus Foundation in Genf, die sich im Umkreis der Welthandelsgesellschaft WTO mit Welthunger und Welthandelsfragen beschäftigte. Seit 2014 ist er Vorstand der GLS Treuhand in Bochum, die mit fünf Zukunftsstiftungen und 126 weiteren Stiftungen und stiftungsähnlichen Einrichtungen die Zivilgesellschaft fördert.

 

Almut Slezak

Über die Arbeit mit Straßenkindern und Geflüchteten

Angesichts der aktuellen Situation in der Welt velieren gerade junge Menschen immer mehr
den Mut und die Hoffnung, noch irgendetwas verändern zu können. Stattdessen lebt man
nur noch vor sich hin und sucht nach Ersatzbefriedigungen.
Doch gerade junge Menschen haben unglaubliches Potenzial, Dinge in die Hand zu nehmen
und etwas zu verändern. Anhand der Arbeit mit Straßenkindern in Kenia und Geflüchteten
Menschen in Deutschland möchte ich ein Beispiel geben, wie etwas entstehen kann, wenn
man sich wagt, umzudenken und von alten Mustern loszulassen.

Zur Person:

Mit 16 lernte ich den Kontinent Afrika kennen und kehrte seitdem immer wieder zurück.
Nach mehreren Aufenthalten und der Mitarbeit in verschiedenen Projekten, entstand 2012
die Springs of Hope Street Foundation, welche Straßenkindern ein Zuhause und den Zugang
zu Bildung ermöglicht.
Neben meinen Aufenthalten in Kenia machte ich eine Ausbildung zur Erzieherin in Kassel,
um die Befürfnisse von Kindern und Jugendlichen besser verstehen und auf sie eingehen zu
können. Durch Praktika tauchte ich so in die Arbeit mit Geflücheten ein, welche zu einer
neuen Leidenschaft wurde.